Wareneingangsbuch


2012-06-20, pez

Unter den Apotheken in Österreich gibt es kaum Überschussrechner, welche zur Führung eines Wareneingangsbuches verpflichtet sind. Im Hinblick auf die große Anzahl von Neueröffnungen in den letzten Jahren wird die Bereitstellung eines derartigen Programms in einem POS-System hoffentlich kein böses Omen sein.

Der Österreichische Apothekerverlag hat seinem POS-Systems ein neues Modul „Wareneingangsbuch“ hinzugefügt, welches in seiner derzeitigen Form zwar einigen in ihrer Organisation zurückgebliebenen Betrieben Vorteile bringen mag, allen übrigen aber nur unnötige Mehrarbeit beschert, wenn sie es verwenden. Denn von der Verpflichtung zur Führung eines Wareneingangsbuches sind Unternehmer befreit, die verpflichtend oder freiwillig eine doppelte Buchhaltung mit Bilanzierung führen. Nur gewerbliche Einnahmen-Ausgaben-Rechner sind zur Führung eines Wareneingangsbuch verpflichtet.

Leider gibt es keine „Roadmap“ für dieses Modul, um es als bemerkenswerten ersten Schritt bezeichnen zu können. So steht zu befürchten, dass es wie viele andere nur an der „Oberfläche kratzt“, ohne jemals die Möglichkeit zu bieten, das Saldakonti (Debitoren und Kreditoren) vom Hauptbuch zu trennen. Hier läge allenfalls eine Kosterersparnis, weil dieser Teil der Buchhaltung von angelernten Kräften ordnungsgemäß bewältigt werden kann und qualifizierte Bilanzbuchhalter eine wesentlich kürzere Zeit mit dem Hauptbuch beschäftigt wären.

Wie ein Feldversuch vor einigen Jahren gezeigt hat, bestand die einzige Schwierigkeit in der Abstimmung und der Übernahme der Summen in das Hauptbuch. Für das Haupbuch ergab sich allerdings eine Verringerung des Arbeitsaufwandes um mehr als zwei Drittel. Letzten Endes ist das Programm aber dem „Outsourcing“ zum Opfer gefallen, weil es ohne eigene (Mehr-)Arbeit nicht funktionierte.

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