Lebensversicherung ja oder nein?


2007-06-20, dkm

Dieser Beitrag stammt aus der Hochzinsperiode vergangener Jahre. An den grundsätzlichen Überlegungen hat sich aber nichts geändert. Versicherungen sind nach wie vor nicht der richtige Partner, wenn es sich um wirtschaftliche Vorgänge außerhalb des Risikogeschäftes handelt.

Die Antwort findet man erst, wenn man seine eigene Position und den sich daraus ergebenden Bedarf analysiert hat. Daraus erhält man auch die Antwort, ob eine reine Risiko- oder eine sogenannte "Erlebensversicherung" sinnvoll ist.

Im ersteren Fall bezahlt man nur für die Übernahme des Risikos eines vorzeitigen Todesfalls durch die Versicherung eine Prämie und erhält, wenn man den Versicherungszeitraum überlebt oder vorzeitig kündigt, natürlich kein Geld zurück. Im anderen Fall werden dem Versicherungsnehmer mehr oder minder hohe Geldbeträge als Auszahlung in Aussicht gestellt. Und hier schnappt die psychologische Falle zu, denn es wird fast immer übersehen, dass es auch in diesem Falle nie zu einer Rückzahlung der Risikoprämien kommt!

Die Prämie einer "Erlebensversicherung" setzt sich aus zwei Beträgen zusammen: der sogenannten Risikoprämie einerseits und der Sparquote andererseits. Nur Letztere wird (meist schlecht) verzinst und steht für die Auszahlung im Erlebensfall zur Verfügung. Daraus lässt sich bereits eine Schlussfolgerung ziehen: wer Schulden hat, sollte keine Erlebensversicherung abschließen, weil die Schuldzinsen wesentlich höher als die Zinsen der Versicherung sind und die Sparquote besser für die Rückzahlung der Schulden verwendet wird. Wenn allerdings Bedarf an einer Existenzsicherung besteht, ist eine reine Risikoversicherung, eine KRS (= Kredit - Restschuld - Versicherung), wesentlich vorteilhafter, weil bei dieser nur die jeweilige, meist durch laufende Rückzahlungen verminderte und als Prämienbasis geltende Restschuld, gedeckt wird.

Das System der KRS ließe sich auch auf die Versicherung eines Sparzieles anwenden! Es bleibt in diesem Falle dem Versicherten überlassen, welchen Anlageformen er den Vorzug gibt. Bei Einhaltung der beabsichtigten Sparquote kommt es Jahr für Jahr zu einer niedrigeren Versicherungssumme und damit zu niedrigeren Prämien.

Der in beiden Fällen der KRS gegebenen Verringerung der Prämien – Bemessungsgrundlage steht jedoch das zunehmende Alter des Versicherten gegenüber, welches ebenfalls Einfluss auf die Prämienhöhe hat. In erster Linie maßgebend wird aber sein, ob überhaupt eine Versicherung auf den Todesfall notwendig und sinnvoll ist. Ein Familienvater mit Kindern wird hier wohl andere Prioritäten setzen als ein Single. Seit dem praktischen Wegfall steuerlicher Begünstigungen wird es in der Regel wesentlich günstiger sein, seine Sparquote selbst zu verwalten und der reinen Risikoversicherung im Bedarfsfalle den Vorzug zu geben. Versicherungen sind nicht der richtige Partner, wenn es sich um wirtschaftliche Vorgänge außerhalb des Risikogeschäftes handelt.

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